Wolle
Momentan tanze ich auf vielen Kirtagen, und langsam muss Fokus rein in die Angelegenheit.
Ich weiß, dass ich kurz davor bin, die Dinge zusammen zu fügen. Also es gib einen sehr starken roten Faden, einzig die Tatsache, dass ich nicht zum Luftholen komme, verunmöglicht es mir, das Knäuel zu entwirren.
Die Graphic Novel über eine schwierige Beziehung. Diese Beziehung betrifft mich persönlich, ist aber universell genug, um mit einer sehr fähigen Frau gemeinsam daran zu arbeiten. Erste Schritte sind gesetzt.
Der geliebte Ort, für den ich etwas tun möchte, nicht nur, weil ich da gerne hinfahren will, auch in Zukunft, sondern vor allem, weil dieser Ort für viele Menschen ein Anker sein kann, Menschen, die ich nicht kenne und nie kennenlernen werde, die aber genau so etwas brauchen.
Das führt zu der Weltlage, die angespannter nicht sein könnte, und wenn der Rückzug ins Private, wie damals im Biedermeier die Antwort wäre, muss ich sagen, das ist eine Option, nur die gefällt mir eigentlich nicht so richtig, denn das Rad der Zeit zurückdrehen ist sinnlos, gerade in diesen Zeiten, wo die technologische Entwicklung schon wieder einen Sprung macht wie zur Zeit der industriellen Revolution.
Mein Brotberuf, der mich 24/7 fordern kann, theoretisch, dem ich das aber gerade nicht zu liefern in der Lage bin, was aber durch fähigste Menschen am gemeinsamen Strang zu bewerkstelligen sein kann, falls diese Menschen keine Leute sind, was ich gerade herauszufinden versuche.
Aus jedem Leut kann ein Mensch werden, dafür arbeite ich an mir, wie besessen, und gehe über diverse Grenzen des Vorstellbaren, auf Kosten meiner Gesundheit, da ich nur mehr sehr wenig Schlaf bekomme, denn Full-Time-Job, Haushalt und dem wichtigsten Menschen in meinem Leben O gerecht zu werden ist kaum unter einen Hut zu bringen. Sieht man von den anderen Dingen mal ab, die ich nebenbei erledige.
Weiters pflege ich Freundschaften, auch hier muss ich leider gewichten mittlerweile, wer Energie zieht und wer nicht. Das ist natürlich nicht gegen die Menschen gemeint, weil das kann genauso gut meine Schuld sein, dass ich einfach nicht locker genug bin, jene, die an mir ziehen, rechtzeitig zu bremsen. Daran arbeite ich auch.
Dann ist noch die Notwendigkeit, sich zu informieren da, der ich kaum hinterherkommen kann. Fernsehen schaffe ich nicht, Radio geht leider während der Arbeit gar nicht mehr, und Zeitung lesen ist meist an das Tagesende verbannt, was auch nicht der klügste Move ist, da das wieder Schlaf kostet.
Sport hilft gegen das Bauchweh, den zeitlich einzuplanen ist schwierig. Genauso wie kochen, kaum zu bewerkstelligen. Heut hab ich immerhin Haferflockensuppe geschafft, dem Kind bringe ich Freitag bei, wie man Curry kocht, die Kästen sind neu geordnet und zwei Zimmer geputzt. Bad/Klo morgen, Kinderzimmer übermorgen.
Das aber ist ja wiederkehrend und unter Haushalt zu verbuchen. Singen und Klavier spielen lerne ich am Wochenende, da ist wieder Kurs, Therapie morgen.
Ganz schön was los! Und während ich das aufschreibe, merke ich, dass ich in Wahrheit nur am Mindset hapert. Ich liebe es, wenn sich was bewegt. Das ist doch super! O und ich haben so tolle Menschen getroffen in der letzten Zeit. Wir sind in ein soziales Netz eingebunden, er hat seine digitale Zeitvernichtung ziemlich herabgeschraubt, morgen melde ich ihn zu einem Verein an. Dort gefällt es ihm sehr.
Ich habe mit wirklich sehr netten Menschen gutes Einvernehmen, und das Negative, die Ängste, dass mir wer die Firma wegnehmen möchte, oder ich untergehen werde, weil ich zu wenig kann, sind darin begründet, denk ich gerade, dass ich glaube, ich sei überfordert, während ich das ja gar nicht bin! Witzig. Es ist einfach ein Perspektiv-Ding.
Ich liebe das! Es ist was los. Das Werk rennt vor sich hin, gar nicht so übel. Ja, Kleinigkeiten gehen schief hier und da. Letztes Wochenende war ich mit O unterwegs, aber eine erzwungene Begegnung kurz vor der Abreise hatte unsere Nervenkostüme so gereizt, dass ich erst am Tag der Rückreise wieder normal agieren konnte innerlich und O auch erst nach anderthalb Tagen damit herausgerückt ist, dass ihn das so massiv belastet hatte. Das Gute daran, er hat mir echt hart zurückgemeldet, dass ich ihn nicht so dissen soll, und ich hab verstanden, dass mich seine arge Nervosität wiederum total stresst, wenn ich nicht weiß, warum er so aufdreht, es ist also mit Kommunikation erledigt, seit Sonntag Mittag hatten wir eine mega tolle Zeit, auch das kam vom ihm zurück gemeldet.
Und er fand den Kurz-Urlaub ab Samstag Mittag dann auch spitze. Also hat er Regenerationskraft, innerlich, wie Kinder das oft super können.
Sehr gut! Heute hat er viel Lego gespielt, während ich geordnet hatte, und war sehr stolz auf das Ergebnis. Der Sport tut ihm auch gut, und dass jemand ihm das gerne madig gemacht hätte, war dann nebensächlich.
Ich rede offen mit vielen Menschen, habe tolle Konzepte vernommen, möchte weiter Filme machen, nebenbei, denn die moderne Technik ermöglicht es mir, meinen uralten Traum davon, Regisseurin zu sein, auf eine, zwar dilettantische aber vom Herzen kommende Art und Weise umzusetzen. Und dass ich das alles hier aufschreibe, tut gerade sehr gut.
Nun, ich lasse das mal setzen. Der Anfang des Fadens ist gefunden, die ersten paar Meter schön ordentlich aufgerollt, morgen ist ein neuer Tag und gerade freue ich mich wirklich sehr auf die Herausforderungen, das ist ein guter Anlass, mich zu Bett zu bringen.
Salü!