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Sonntag, 31. Mai 2026

Nehmt dies, Peter Thiel und die Festwochen Wien

Im Zuge der Festwochen über Peter Thiel und diese Katechon/Antichrist - Sache nachgedacht.

Jene, die kritisieren und ausschließen, agieren aus einer zu bequemen Postion heraus, muss man leider sagen. Gerade die, in letzter Zeit doch unangenehmen Positionen bezüglich der Israel/Hamas - Geschichte zeigen wieder deutlich, dass die Zeiten vorbei sind, in denen die Kategorien links und rechts irgendeinen Sinn ergeben haben.

Wenn jemand hierzulande Wohnung, Haltung und Wohlstand in die Wiege gelegt bekommen hat, vielleicht studiert, seine Auslandssemester und fast perfekte medizinische Versorgung erhalten hat, von klein auf das Gefühl vermittelt bekam, er sei irgendwie Besser oder hätte ein Recht auf all das, qua Geburt, ist oft viel mehr latenter Faschismus drinnen, als man wahrhaben möchte. Wenn jemand wie Thiel sich Gedanken macht, so absurd sie sein mögen, muss man mit einberechnen, was dieser immense Wohlstand, zu dem er gekommen ist, mit jenen wohl anstellen würde, die hier gerade mit ausgefahrenen Ellenbogen versuchen, an sich, sich und sich zu denken und sonst nur an die kleinst möglich nahe Bubble.

Stellt man sich vor, diese Leute hätten dermaßen viel Geld, wer von Ihnen wäre in der Lage, damit umzugehen?

Ist das nicht die allerspannendste Frage an all dem? Wie tickt ein Mensch der so reich wird? Wie vibet er, wenn man ihn da am Podium sitzen sieht, was sind seine Inhalte, nicht die, über die man gelesen hat, sondern die anderen, zwischen den Zeilen? Was kann man lernen aus so einer Situation? Für die Zukunft der Welt? Wo das Thema SuperReiche doch mega wichtig ist, für uns alle, wie verdammt nochmal bescheuert ist das, sich so eine Möglichkeit entgehen zu lassen? Nur weil man Angst hat, wovor, dass er einen einfängt mit seinen Ideen? Dass er recht hat? Dass er der Antichrist ist oder nicht oder was ist das? Welche Panik treibt die Schäfchen denn?

Aber kritisieren, schön aus der Distanz, der gemütlichen, dass ein SuperReicher über Polaritäten nachdenkt, das können sie. Und ich finde nicht, dass Thiel recht hat, weil ich gar nicht weiß, was Thiel denkt, ihr habt ihn ja ausgeladen.

Alleine diese zwei Worte Katechon und Antichrist, keine Ahnung, zumindest Zweiteres hab ich schon mal wo gehört, der Typ trug das Wort vor sich her, da war ich zwanzig, dann gab er mir K.O. Tropfen und vergewaltigte mich, anschliessend tat er auf unschuldig und ließ mich in den Untiefen des Wahnsinns versinken, aus denen ich mich vor lauter Angst vor ihm eine Weile nicht eigenständig befreien konnte.

Von meiner Warte aus finde ich es schade, dass sie ihn ausgeladen haben, ich hätte versucht, eine Karte zu ergattern.

Wie langweilig die Leute sind, sind sie sich so sicher? Dass sie die Wahrheit gepachtet haben? Erinnert leider zu sehr an die Mitläufer im dritten Reich, die profitiert haben von der, von oben diktierten Sündenbockfunktion der Juden, Roma und Sinti, dass sie auch nur zu gerne daran geglaubt habe, dass ihnen das ja zusteht, das bessere Leben. Dass die da oben damals nicht daran geglaubt haben, dass die Juden wirklich an allem Schuld sind, liegt logisch am Tablett, sie haben das gemeine Volk einfach benutzt für ihre machtgierigen und finanziellen Zwecke, weiß man ja, oder nicht? Warum tappen dann Künstler und Normalos und wer auch immer wieder in die Falle, sich selbst wieder und immer noch als so viel besser zu denken? Dass sie nichtmal wissen wollen, was einer denkt, der außerhalb ihres Ereignishorizontes lebt?

Wie feige, wie fad.

Und mir ist klar, dass jetzt viele schlucken und denken, ich hasse Liuea, sie ist auf der Seite von Thiel. Aber ehrlich? Wer das aus dem Text da rausliest, dem kann ich auch nicht mehr helfen.

Der, was weiß ich wievielte, Tag des großen Krieges hat meine Wahrnehmung noch schärfer gemacht. Bullshit und Egozentrik triggern meinen Widerspruch immer härter und härter. Und die so genannten Künstler, die an der Existenz vor sich hin krachen, sind jetzt, im Spätkapitalismus, eine der ellenbogenstärksten Horde, die ich je kennengelernt habe. Über den eigenen Horizont hinaus an Andere zu denken, gerade, wenn sie einem nichts nützen, nicht aktiv für das eigenen Fortkommen von Bedeutung sind, findet schlicht nicht statt.

Es gäbe so viel zu tun. Je mehr Input, desto schlauer und besser könnte frau die Welt für die Zukunft gestalten. Schade.

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